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Kinderpornografie: Ermittlungen

Schulfahndung
Kinderpornografie: Ermittlungen
Ein einheitliches Bild der Ermittlerin/des Ermittlers gibt es nicht. Überwiegend sind das Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die freiwillig und mit der tiefen inneren Motivation missbrauchten Kindern zu helfen diese Arbeit machen.
LKA NRW

Ermittlerinnen und Ermittler in diesem Aufgabenfeld sind gerade nicht die abgestumpften, emotionslosen Menschen, denen auch schrecklichste Szenen nichts anhaben können. Für alle bleibt es der tägliche „Blick in den Abgrund“, die tägliche Konfrontation mit unvorstellbarer Gewalt und menschenverachtendem Handeln. Nur in einer gut funktionierenden Gruppe, wo jeder auf den anderen Acht gibt und der Austausch über das Gesehene jederzeit möglich ist, kann diese Arbeit dauerhaft geleistet werden.

Neben der Fähigkeit persönlich diese Bilder verarbeiten zu können, brauchen Ermittlungskräfte eine schnelle Auffassungsgabe, ein hohes Maß an Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie eine Affinität zu komplexen Softwareanwendungen.

 

Identifizieren und Ermitteln von Opfern – Schulen haben eine Schlüsselrolle

Die Ermittler führen Fahndungen sehr sensibel und abgestuft durch. Zunächst befragen sie bundesweit nur die Fachdienststellen zu den belastenden Bildern. Bleibt dieser Schritt erfolglos, veröffentlicht die Polizei ausschließlich Bilder mit Bekleidung oder Gesichtern im bundesweiten polizeiinternen Fahndungsportal.

Führt auch diese Fahndungsmaßnahme nicht zum Erfolg, gibt sie die Bilder in die sogenannte Schulfahndung: Ein- bis zweimal im Jahr legen die Ermittler den Lehrkräften Bilder von Missbrauchsopfern vor (bekleidet und/oder nur Gesichter) und bitten sie um Mithilfe bei der Identifizierung. Diese Fahndungsmaßnahme hat eine hohe Erfolgsquote. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich möglichst alle Schulen daran beteiligen. Als letztes Mittel bei konkreten Anhaltspunkten für einen andauernden sexuellen Missbrauch, fahndet die Polizei öffentlich nach den Opfern.

 

Aufklärung durch Identifizieren von Alltagsgegenständen

Im Projekt „Stop Child Abuse“ bittet Europol die Bevölkerung um Mithilfe: Auf der Webseite https://www.europol.europa.eu/stopchildabuse stellen die Ermittler Bilder von Gegenständen ein, die sie auf kinderpornografischem Film- und Fotomaterial gesehen haben. Das können z. B. eine Landschaft, die Möbel eines Hotelzimmers, Kleidungsstücke oder Produkte des täglichen Bedarfs sein. Jeder Hinweis zu diesen Bildern kann der Polizei helfen, den Tatort, die Tatzeit und letztlich das Opfer und den Täter zu ermitteln.

 

Kein Platz für „Hobby-Ermittler“

Manche Menschen meinen, sie helfen den Fachleuten der Polizei, indem sie sich selbstständig auf die Suche nach kinderpornografischen Seiten im Netz machen. Wichtig: Nur die Experten der Polizei haben die Befugnis, Beweise zu sammeln. Jeder andere kann sich – auch wenn das Engagement noch so gut gemeint ist – strafbar machen.

Deshalb gilt: Wer Hinweise auf Kinderpornografie im Internet hat, sollte dies der örtlichen Polizei melden. Sie nimmt den Hinweis auf und leitet ihn an die Fachdienststelle weiter.