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Nasenfaktor: Neue Datenspeicherspürhunde

Datenspeicherspürhunde
Nasenfaktor: Neue Datenspeicherspürhunde
»Hank« ist einer von sechs Datenspeicherspürhunden, die der Polizei NRW jetzt zur Verfügung stehen. Dass der langgediente Diensthund nun auch nach USB-Sticks,
Festplatten und SIM-Karten schnüffelt, ist eine Lehre aus dem »Fall Lügde«.
Streife-Redaktion

Der holländische Schäferhund ist bereits seit neun Jahren im Dienst bei der Polizei NRW. Seine Aufgabe bisher: Das Suchen und Auffinden von Personen oder Rauschgift. Im Frühjahr 2019 wurde er gemeinsam mit fünf anderen vierbeinigen Kollegen ausgewählt, um zusätzlich zum Datenspeicherspürhund ausgebildet zu werden. Die Ausbildung der Hunde ist eine Konsequenz aus dem »Fall Lügde«, bei dem ein Datenspeicherspürhund extra aus Sachsen angefordert werden musste. »Hank ist dazu sehr gut geeignet, weil er zum einen eine hohe Suchmotivation hat. Zum anderen ist er sehr nervenstark. Er zeichnet sich durch eine große Ruhe bei der Suche aus – und die ist in diesem Bereich unabdingbar«, sagt Diensthundführer PHK Peter Baumeister.

 

Die Suche nach Datenspeichern ist anstrengend

Wenn Hank bei einem Einsatz nach Datenspeichern wie USB-Sticks, Festplatten oder SIM-Karten sucht, schnüffelt er nach bestimmten Chemikalien, die in den Datenspeichern verarbeitet sind. Das hat er in einem zwanzigtägigen Training gelernt. »Das klingt erst einmal recht kurz. Man darf aber nicht vergessen, dass er ja bereits ausgebildeter Spürhund ist. So musste er nur zusätzlich auf die spezifischen Duftstoffe konditioniert werden, die für die Hunde bei der Suche geruchsleitend sind«, erklärt sein Herrchen. Der Unterschied zu der Suche nach Rauschgift: Die Daten-Schnüffelei ist für Hank viel anstrengender. Nach etwa 15 bis 20 Minuten Suche benötigt er eine Pause.

 

Ein echter Gewinn

Hanks erster Einsatz war im November bei der BAO »Berg« in Bergisch Gladbach, nach Lügde der zweite spektakuläre Fall von Kindesmissbrauch in NRW. »Bei solchen Einsätzen bilden wir sozusagen das Back-up«, so PHK Peter Baumeister. Nachdem die zweibeinigen Kolleginnen und Kollegen ihre Suche beendet haben, sind im Anschluss die Hunde dran. Die Verstecke seien dabei mehr oder weniger einfallsreich: In der Sofaritze, unter der Matratze, unter einen Tisch geklebt – bis hin zu doppelten Böden in Schränken oder Schubladen könne alles vorkommen. Hört Hank das Kommando »Spür!«, beginnt er zu suchen. Bleibt er bewegungslos stehen, weiß Peter Baumeister: Er hat etwas gefunden. Als Belohnung bekommt Hank dann sein Lieblingsspielzeug: eine Beißwurst. Nach den wenigen Monaten, in denen die Hunde in NRW im Dienst sind, zeigt sich bereits jetzt: Sie sind ein absoluter Gewinn für die Polizei. »Die sechs konnten schon viele Funde verbuchen und so wichtige Beweismittel sicherstellen«, freut sich der Diensthundführer. Langfristig sollen mindestens 20 einsatzfähige Datenspeicherspürhunde in NRW zur Verfügung stehen.

 

Dienst- und Familienhund

Hank arbeitet nicht nur mit Peter Baumeister, er lebt auch zusammen mit ihm, seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter. Sie fahren gemeinsam in den Urlaub und auch sonst ist Hank ein echter Familienhund. Selbst wenn er irgendwann in den wohlverdienten Ruhestand geht, weil er für den Job zu alt geworden ist, bleibt er ein Familienmitglied. »Mit seinen neun Dienstjahren ist Hank ja bereits ein alter Hase. Im Moment ist er noch topfit. Ob er für weitere zwei Jahre lizenziert wird oder in Pension gehen darf, entscheidet sich dann im nächsten Herbst«, so Peter Baumeister.