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Lagebild Jugendkriminalität und -gefährdung

Jugendkriminalität
Lagebild Jugendkriminalität und -gefährdung
Klar kommen, Kurve kriegen und den Weg weisen - Jugendliche brauchen Orientierung. Die aktuellen Zahlen aus dem Lagebild Jugendkriminalität und Jugendgefährdung 2017 sind erfreulich. Neue Präventionsprojekte sollen helfen, aus extremistischen und salafistischen Gruppen auszusteigen und die Spur zu wechseln.
LKA NRW

Aktuelle Lage

Von 2016 auf 2017 sank die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Die Anzahl der Taten unter Alkoholeinfluss sank ebenfalls. Im Jahr 2017 stieg die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren bei den Rauschgiftdelikten erneut. Das Lagebild Jugendkriminalität und Jugendgefährdung NRW zeigt jährlich auf, wie sich Jugendkriminalität im Zwei- und Zehnjahresvergleich anhand der Aufzählung der Tatverdächtigen unter 21 Jahren entwickelt.

 

Entwicklung der Jugendkriminalität bei den unter 21-Jährigen:

Körperverletzungen

Bei den Körperverletzungsdelikten ist die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren annähernd gleich geblieben (2016: 25 879; 2017: 25 953).

Körperverletzungen an Schulen

Die Anzahl von Tatverdächtigen einer Körperverletzung an Schulen stieg um 469 (+ 15,2 %) von 2016 auf das Jahr 2017. Im Vergleich zum Jahr 2008 sank die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um 32,9 Prozent von 5 311 im Jahr 2008 auf 3 564 im Jahr 2017.

Raubstraftaten

Beim Handtaschenraub sank die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Bei sonstigen Raubüberfällen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen wurde ein leichter Anstieg registriert. Im Zehnjahresvergleich setzt sich bei den von jungen Tatverdächtigen begangenen Raubdelikten der rückläufige Trend fort.

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz BtMG (Rauschgiftdelikte)

Die Anzahl der jungen Tatverdächtigen bei Straftaten nach dem BtMG ist von 2016 auf 2017 gestiegen und liegt über dem Wert von vor zehn Jahren. Bei den Straftaten nach dem BtMG ist eine Steigerung sowohl bei deutschen als auch bei nichtdeutschen Tatverdächtigen unter 21 Jahren festzustellen. Der Anstieg bei den Straftaten nach dem BtMG bezieht sich auf alle Altersgruppen. Von den registrierten Tatverdächtigen unter 21 Jahren begingen in diesem Deliktsbereich 71,1 Prozent allgemeine Verstöße gegen § 29 BtMG mit Cannabis und Zubereitungen.

Jugendkriminalität im Zweijahresvergleich

Von 2016 auf 2017 sank die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren von 107238 auf 106 284 (- 954; -0,9%). Der Anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen an den Tatverdächtigen insgesamt stieg von 21,7 Prozent im Jahr 2016 auf 22,4 Prozent im Jahr 2017. Die Anzahl der Taten unter Alkoholeinfluss sank von 10 458 im Jahr 2016 auf 9 806 im Jahr 2017 (- 652; - 6,2 %). Bei den Körperverletzungsdelikten  ist die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren annähernd gleich geblieben (2016: 25 879; 2017: 25 953). Die Anzahl der Tatverdächtigen bei Raubdelikten ging erneut zurück und sank um 1,2 Prozent (2016: 3 013; 2017: 2 977). Bei Straftaten gegen das BtMG  stieg die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren erneut (2016: 14 963; 2017: 15 435)

Jugendkriminalität im Zehnjahresvergleich

Die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank von 2008 auf 2017 um 24,2 Prozent (2008: 140 138; 2017: 106 284). Von 2008 auf 2017 sank die Anzahl der Taten unter Alkoholeinfluss um 44,9 Prozent (2008: 17 793; 2017: 9 806). Bei den Körperverletzungsdelikten gibt es einen Rückgang um 27,2 Prozent (2008:35 636; 2017: 25 953). Die Anzahl der Raubdelikte ging um 40,7 Prozent zurück (2008: 5 018; 2017:2977). Bei den Straftaten nach dem BtMG ist ein Anstieg um 16,3 Prozent zu verzeichnen (2008: 13 274; 2017: 15 435).

 

Jugendkriminalität ist überwiegend episodenhaft und entwicklungsbedingt

Kriminelles Verhalten junger Menschen ist generell betrachtet ein überwiegend entwicklungsbedingtes Phänomen. Es weist in den meisten Fällen einen episoden- und bagatellhaften Charakter auf. Im Bereich der Jugendgefährdung ist es notwendig, Probleme rechtzeitig zu erkennen und Veränderungen an den jungen Menschen zu beobachten, die sich radikalisieren.