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Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche

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Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche
Chatten ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Circa 53 Prozent der Internetnutzer zwischen zwölf und 19 Jahren chatten zumindest selten. Diese Form der Kommunikation im Internet bringt Kindern und Jugendlichen jedoch nicht nur Spaß, sondern kann auch zu unangenehmen Situationen im Chat und im realen Leben führen.
LKA NRW

Während Kinder im Grundschulalter nur vereinzelt regelmäßig chatten, besuchen die zwölf bis 13-Jährigen bereits zu 13 Prozent täglich (bzw. fast täglich) einen Chat und zu 21 Prozent ein bis mehrmals pro Woche. Den höchsten Anteil an Chatbenutzern stellen Jugendliche im Alter von 14 – 15 Jahren. 39 Prozent von ihnen chatten täglich oder mehrmals wöchentlich. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit des Chattens wieder ab.

Pädophil veranlagte Erwachsene versuchen via Chats und Messengerdienste Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Zunächst treten sie unter Verschleierung ihrer wahren Absichten und ihrer wahren Identität mit ihren Opfern in Kontakt, um so an persönliche Daten, wie E-Mail Adresse, Handy- oder Telefonnummer, Name und Anschrift zu gelangen.

Sexuelle Belästigungen mit Fragen sexuellem Inhalts oder der Schilderung von sexuellen Handlungen durch pädophile Erwachsene sind ebenso möglich, wie die Live-Übertragung sexueller Handlungen über Webcams. Ebenso besteht die Gefahr eines sexuellen Missbrauchs nach Herausgabe persönlicher Daten, bei anschließendem persönlichen Kontakt.

Diesen Gefahren kann man durch Beachtung einiger Grundregeln wirksam begegnen.
 

Lassen Sie Kinder im Grundschulalter, wenn überhaupt, nicht alleine chatten

Kindern dieser Altersgruppe sollten grundsätzlich nur ausgewählte Internetseiten zugänglich sein. Dies können Sie mit entsprechenden Filterprogrammen für dieses Alter noch wirksam realisieren. Gehen Sie mit Ihrem Kind zusammen ins Internet und wählen Sie gemeinsam einen Chat aus, den Ihr Kind besuchen darf. Erfahrungsgemäß bleiben Kinder und Jugendliche lange bei einem einmal gewählten Chat.

Nutzen Sie nur moderierte Chats

Ein Chat sollte bestimmte Kriterien erfüllen, die Kinder und Jugendliche vor Gefahren schützen, bzw. ihnen bei unangenehmen Vorkommnissen Hilfestellungen bieten.
Kinder und Jugendliche sollten daher nur moderierte Chats nutzen, in denen eine erwachsene Person den Chat überwacht und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Der Moderator sollte über einen jederzeit erreichbaren Button oder Link in den jeweiligen Chatraum gerufen werden können.

Keine Weitergabe persönlicher Daten oder Fotos

Name, Anschrift, E-Mail Erreichbarkeit, Name der besuchten Schule etc. sind Daten die Kinder und Jugendliche nicht über Chats und Messenger preisgeben sollten. Ebenso sollten auch keine Fotos an Fremde weiter gegeben werden. Machen Sie als Eltern Ihren Kindern in diesem Zusammenhang klar, dass übersandte Fotos nicht mit der realen Person übereinstimmen müssen und eigene Fotos missbräuchlich genutzt werden können.

Keine realen Treffen, und wenn, nur in Begleitung einer Vertrauensperson an belebten Orten

Reale Treffen sollten nur in Begleitung einer möglichst erwachsenen Begleitperson an belebten Orten stattfinden. Selbst Treffen Gleichaltriger können sich durchaus unangenehm entwickeln und zu bedrohlichen Situationen führen.

Handlungssicherheit trainieren

Gerade Kinder und jüngere Jugendliche reagieren häufig nicht angemessen auf unangenehme Situationen in Chats. Hier sollten Eltern mit ihnen üben, solche Dialoge direkt abzubrechen und einen Moderator zu informieren. Auch ein gewisses Misstrauen, dass Chatpartner nicht immer die Person sein müssen, für die sie sich ausgeben, sollte mit dieser Altersgruppe trainiert werden.

Stehen Sie als Ansprechpartner zur Verfügung

Kinder und Jugendliche reden mit ihren Eltern häufig nicht über negative Erfahrungen im Internet, da sie Reaktion wie Vorwürfe oder Internet-Verbote befürchten. Reagieren Sie angemessen und bieten Sie verständnisvolle Hilfe an.

Die Übermittlung von Texten und Bildern mit pornografischen Inhalten an Minderjährige ist ebenso strafbar, wie die sexuelle Annäherung an Minderjährige, z. B. durch konkrete Verabredungen zu einem solchen Treffen. Wenden Sie sich in solchen Fällen umgehend an die örtliche Polizei

Übersicht der Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen finden Sie unter "Vor Ort" - "Anschriften / Erreichbarkeiten". 

Weitere Informationen

"So unterstützen Sie Ihr Kind bei der Medienkompetenz" beim Programm Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder (http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/medienkompetenz.html)