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Lagebild Organisierte Kriminalität

Organisierte Kriminalität
Lagebild Organisierte Kriminalität
Die Kreispolizeibehörden und das Landeskriminalamt des Landes NRW ermittelten 2018 in 77 Strafverfahren der Organisierten Kriminalität insgesamt 1222 Tatverdächtige (TV) aus Deutschland und weiteren 60 Herkunftsländern. Der Anteil ausländischer TV liegt bei 65 Prozent, dabei sind türkische und libanesische TV am stärksten vertreten.
LKA NRW

Aktuelle Lage

Die Hauptaktivitäten der kriminellen Gruppierungen liegen in über der Hälfte der OK-Verfahren im Bereich des Rauschgifthandels und -schmuggels. Weitere für die OK-Bekämpfung relevante Phänomenbereiche sind die Eigentums- und Gewaltkriminalität sowie die Kriminalität im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben. 

Im Bereich des international organisierten Drogenhandels verfügen Kokain und Cannabis über den größten Marktanteil. In die Drogengeschäfte involviert waren vor allem kriminelle Angehörige türkisch-arabischstämmiger Familienclans Mitglieder von Rocker- oder rockerähnlichen Gruppierungen, albanische Banden und Gruppierungen, die der italienischer Mafia zuzurechnen sind. 

Ermittlungsverfahren internationaler Kfz-Verschiebung prägen die Eigentumskriminalität. Die professionellen Banden wurden einerseits aus Litauen und Lettland gesteuert, andererseits handelte es sich um in Deutschland ansässige Gruppierungen, die dem Phänomenbereich der Clankriminalität zuzurechnen sind. Bevorzugtes Diebesgut waren Baumaschinen und hochwertige Fahrzeuge, die zur Ersatzteilgewinnung zerlegt oder mit gefälschten Dokumenten ins Ausland exportiert wurden. 

Rocker- und rockerähnliche Gruppierungen gerieten im Bereich der Gewaltkriminalität wegen schwerer gewalttätiger, milieutypischer Auseinandersetzungen, darunter auch versuchte Tötungsdelikte und Schussabgaben auf Kontrahenten, und wegen Zuführung zur Prostitution und Zuhälterei in den Fokus der ermittelnden Behörden. 

Wirtschaftskriminalität wird durch deutsche OK-Gruppierungen dominiert. Ihre illegalen Geschäftsfelder sind breit gefächert und lagen 2018  im betrügerischen Handel mit kursmanipulierten Penny-Stock Aktien, im Kapitalanlagebetrug durch Cum/EX-Geschäfte sowie durch das Inverkehrbringen einer Kryptowährung, im Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen, im Kreditbetrug im Zuge von Immobilienfinanzierungen und in der Bestechung und Vorteilsgewährung von Amtsträgern der öffentlichen Verwaltung.

Finanzermittler schätzen das Vermögen, welches die OK-Gruppierungen in 2018 durch ihre kriminellen Aktivitäten erlangen konnten, auf mehr als 188 Mio. Euro. Davon konnte die Polizei im Zuge von Vermögensabschöpfungsmaßnahmen 21,7 Mio. Euro sichern.