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Lagebild Cybercrime

Cybercrime
Lagebild Cybercrime
Ransomware, Phishing, DDoS-Attacken & Co. – Die globale Vernetzung schafft immer mehr Möglichkeiten für illegale Aktivitäten. Die Zahlen aus dem aktuellen Lagebild Cybercrime zeigen zwar einen Rückgang, dennoch stellen Täter die Ermittler wiederholt vor neue Herausforderungen.
LKA NRW

 

Aktuelle Lage

2019 wurden mit 20.118 Cybercrime-Fällen 2,2 Prozent mehr Fälle erfasst als im Jahr zuvor. Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen verringerte sich um 8,7 Prozent. Die Aufklärungsquote fiel unter 30 Prozent.

Im Deliktsbereich „Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornographischen Schriften“ nimmt das Internet eine immer bedeutendere Rolle ein. Mit 2.359 erfassten Straftaten erreicht dieses Deliktsfeld einen traurigen Rekord.

 

Phänomene

Ransomware ist eine Schadsoftware, die Daten auf Rechnersystemen verschlüsselt und damit den Zugriff verhindert. Zur Freigabe wird die Zahlung eines Lösegeldes (engl.: ransom) gefordert. Ransomware wird insbesondere über Links oder Anhängen von E-Mails verbreitet. Darüber hinaus ist die Verbreitung durch den Aufruf entsprechend programmierter Internetseiten möglich, dem sogenannten Drive-by-Exploit. Dieser Phänomenbereich trifft nicht nur Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen, auch Institutionen der öffentlichen Hand sind ein häufig gewähltes Ziel dieser Angriffe. Eine besondere Form der Schadsoftware stellt EMOTET dar. Die Software gelangt als Word- oder PDF-Anhang von Spam-Mails auf die Rechner der Geschädigten. Ist EMOTET auf dem IT-System, lädt es selbständig weitere Schadsoftware nach. EMOTET fungiert sozusagen als „Vorbereiter“.“

Phishing-Wellen überrollen regelmäßig den digitalen Raum und lassen Betroffene zum Opfer eines Identitätsdiebstahls werden. Die Masche der Betrüger ähnelt sich in vielen Fällen: Mal werden Betroffene vom vermeintlichen Kundenservice ihrer Bank zum Ausfüllen eines neuen Formulars aufgefordert oder seitens eines Online-Shops um Aktualisierung der Kundendaten aufgrund eines neuen EU-Beschlusses gebeten. In den E-Mails üben die Betrüger psychischen Druck auf die Empfängerinnen und Empfänger aus, indem sie den Opfern unter Angabe einer Frist mit Sperrung des Benutzerkontos oder mit einer erhöhten Bearbeitungsgebühr drohen.

Bei DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) handelt es sich um ein Phänomen, bei dem durch eine Vielzahl von Computern zielgerichtet Anfragen und Datenpakete auf Zielrechner bzw. -server gesendet werden. Dies führt zu einer Ressourcenerschöpfung des betroffenen Systems, welches daraufhin nicht mehr erreichbar ist. Die Angriffe stellen Unternehmen vor große Herausforderungen, weil sie bei einem erfolgreichen Angriff durch Einnahmenausfälle Verluste verbuchen müssen und ihre Reputation als sicherer Handelspartner leidet.

 

Prävention

Workshops, Vorträge, Projekte, Besuche von Großveranstaltungen und Kooperationen - Seit Gründung des Cybercrime-Kompetenzzentrums im Jahr 2011 hat das Landeskriminalamt NRW viele Maßnahmen gemeinsam mit Kooperationspartnern getroffen. Den IT-Sicherheitstag des Voice-Bundesverbandes der IT-Anwender e.V. nutzt das LKA NRW, um fortlaufend und aktuell über die Gefahren aus dem Bereich Cybercrime zu informieren. Die Kooperation zwischen dem Bitkom und dem LKA NRW sowie weiteren Landeskriminalämtern besteht bereits seit 2011. Mit regelmäßigem Informationsaustausch und Wissenstransfer, aber auch gegenseitigen Hospitationen, verfolgt diese Sicherheitskooperation intensiv das gemeinsame Ziel, Cybercrime entgegen zu treten. 2017 unterzeichnete das LKA NRW ebenfalls Kooperationsvereinbarungen mit dem eco-Verband der Internetwirtschaft e.V. und dem networker NRW e.V. und führte erste Veranstaltungen durch.

Gemeinsame Präventionsmaßnahmen ermöglichen es der Polizei, mit ihren Botschaften eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und so Bürger und Wirtschaftsunternehmen für die Phänomene der Cyberkriminalität zu sensibilisieren.