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Homeoffice ist beliebt

Home Office
Homeoffice ist beliebt
Beim Verkehrsunfall, bei der Großdemonstration, am Tatort – weite Bereiche der Polizei NRW werden auch in Zukunft von physischer Präsenz geprägt sein. Doch das Thema Homeoffice hat durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen. Damit ändern sich auch die Anforderungen an Führungskräfte.
Streife-Redaktion

Homeoffice, Heimarbeit, mobiles Arbeiten – der Trend hat die Polizei Nordrhein-Westfalen erfasst. Der Wunsch, diese Arbeitsformen auszubauen, lässt sich in Zahlen ausdrücken. In einer vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) vorgelegten Erhebung gaben 96 Prozent der Behörden an, dass das mobile Arbeiten vorangetrieben werden sollte. Und: Aus 82 Prozent der Behörden kam die Rückmeldung, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Einführung mobiler Arbeit gestiegen sei.

„Die Corona-Pandemie hat der Entwicklung – auch wenn zum Teil noch erhebliche technisch-organisatorische Anstrengungen erforderlich waren – einen deutlichen Schub gegeben“, heißt es im Strategiepapier „Digitalisierung“, das die länderübergreifende Expertengruppe „Führung“ erarbeitet hat.

Viele Bereiche der Polizei würden auch in Zukunft durch die Notwendigkeit physischer Präsenz geprägt sein, betont der Leitende Polizeidirektor Stephan Zenker, einer der Autoren des Papiers. „Dennoch gibt es bereits heute Bereiche in der Polizei NRW, in denen sich digitale Arbeitsformate besonders eignen.“ Er nennt dabei vor allem Stellen, die durch konzeptionelles Arbeiten etwa in Leitungsstäben, im Ministerium und in den Landesoberbehörden, verwaltende Tätigkeiten oder bestimmte kriminalpolizeiliche Aufgaben geprägt sind.

Vor Beginn der Pandemie waren bereits 3.154 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei NRW in Heimarbeit beschäftigt. Laut Erhebung „Homeoffice-Arbeitsplätze“ bei der Polizei NRW gab es im Oktober letzten Jahres schon 13.561 Heimarbeitsplätze. Die Kriminalpolizei meldete dabei die meisten Arbeitsplätze (5.265). Und sogar die von hohen Präsenzanforderungen geprägte Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz kommt auf eine vierstellige Zahl (1.260).

Dabei galt bis zum Januar 2021 lediglich eine Empfehlung zur Heimarbeit. Danach wurden Betriebe und Behörden gesetzlich verpflichtet, Heimarbeit anzubieten, wenn nicht zwingende betriebsbedingte Gründe entgegenstehen.

Die Nachfrage nach Homeoffice steigt unabhängig von der Pandemie. In einem Konzept des Behördlichen Gesundheitsmanagements heißt es: „Der demographische Wandel innerhalb der Polizei NRW hin zu einer Verjüngung führt zu veränderten Ansprüchen der Belegschaft. Die Generation der Digital Natives ist früh mit technologischen Mitteln sozialisiert worden. Entsprechend ist deren Erwartungshaltung, dass die Organisation sich den Vorteilen und Chancen der Digitalisierung zuwendet, extrem ausgeprägt.“

Mit neuen Organisationsformen verändern sich auch die Anforderungen an Führungskräfte. Rund 5.000 Beschäftigte der Polizei NRW haben Führungsfunktionen, knapp die Hälfte davon ist auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice zuständig. Viele von ihnen haben freilich den Großteil ihres Arbeitslebens in streng hierarchischen Strukturen verbracht.

Sie müssen nun umdenken, lernen, sich fortbilden. „Moderne Kommunikationsmöglichkeiten, flexible Teams, kollaborative Zusammenarbeitsformen entziehen sich der unmittelbaren Einwirkung und auch der Kenntnisnahme durch die Führungskraft“, heißt es im Strategiepapier „Digitalisierung“. Doch gerade solche Prozesse hätten großes Potenzial mit Blick auf Kreativität, Vernetzung unterschiedlicher Fähigkeiten sowie der Flexibilität, unabhängig von Ort und Zeit zu arbeiten.

Das Papier sieht die Führungskraft dabei „vor allem als Vorbild und Sinnstifter“. Und weiter: „Die Grundüberzeugung von Führungskräften muss sich den Gegebenheiten der digitalen Welt anpassen. In der ist die Führungskraft längst nicht mehr in allen Bereichen fachlich und persönlich überlegen.“ Sie müsse unterschiedlichste Kompetenzen bündeln, Prozesse im Blick behalten und einen Rahmen schaffen, „in dem durch Ergebnisorientierung und Vertrauen gute Leistung entsteht“.

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