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„Gaffer“ gefährden mit ihrer Sensationsgier das Leben anderer

Gaffer
„Gaffer“ gefährden mit ihrer Sensationsgier das Leben anderer
Das Verhalten von „Gaffern“ führt bei Polizei- und Rettungseinsätzen immer wieder zu ernsthaften Problemen.
IM NRW

Während es für die Opfer oft um Leben und Tod geht, verfolgen „Gaffer“ nur ein Ziel: „Hollywoodreife“ Bild- und Filmaufnahmen! Mit ihrem Smartphone erstellen sie aus Sensationsgier Fotos und Videos von schweren Verkehrsunfällen, um sich anschließend im Internet oder auf Facebook bei anderen wichtig zu machen – auf Kosten und zu Lasten der Opfer! Denn statt zu helfen, behindern sie durch ihr Verhalten Rettungskräfte und verursachen gefährliche Situationen. So sorgen Gaffer beispielsweise auf Autobahnen durch langsames Fahren und abruptes Bremsen immer wieder für gefährliche Situationen und verursachen Staus. Doch Gaffer sollten sich immer bewusst machen, wie schnell sie selbst Opfer werden können und wie wichtig dann schnelle Hilfe für sie ist.

 

Social-Media-Film „Schaulustige – Sei kein Gaffer“

Der dreiminütige Social-Media-Film „Schaulustige – Sei kein Gaffer“ will ein Zeichen setzen gegen rücksichtslose „Gaffer“. Eine Gruppe junger Erwachsener fährt an einem Einsatz der Feuerwehr bei einem schweren Verkehrsunfall vorbei. Sie steigen aus, um sich den Unfall näher anzuschauen und Fotos zu machen, die sie anschließend im Internet posten. Sehen Sie hier was dann passiert.

 

„Gaffer“ sollen härter bestraft werden

Soweit es die Situation am Einsatzort zulässt, verfolgt die NRW-Polizei das verbotswidrige Verhalten von „Gaffern“. Ein mahnendes Beispiel ist der schwere Unfall auf der A 3 bei Ratingen am 16. November 2017, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren. Hier leiteten die Beamten gegen 92 „Gaffer“ Ermittlungsverfahren ein.

Die  Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)  qualifiziert „Gaffen“ nicht als bußgeldbewährte Ordnungswidrigkeit. Nach der StVO ist lediglich die  Benutzung von Smartphones während der Fahrt verboten. Dabei ist es egal, ob mit dem Handy telefoniert oder gefilmt wird.  

Demgegenüber belegt der am 27. Januar 2015 neu gefasste § 201a Strafgesetzbuch (StGB) nunmehr u. a. auch die Herstellung von Bildaufnahmen, die die Hilflosigkeit anderer Personen zur Schau stellen und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzen, mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.

Damit jedoch noch nicht genug - ein von NRW mit initiierter Bundesratsbeschluss vom 2. März 2018 sieht vor, den Anwendungsbereich des § 201a StGB mit Blick auf „Gaffer“ an Unfallstellen auch auf verstorbene Personen zu erweitern. Hiernach soll sich bereits derjenige, der versucht Unfallopfer zu fotografieren, strafbar machen.

 

Rettungsgassen retten Leben

Durch langsames Fahren und abruptes Bremsen sorgen Gaffer auch auf Autobahnen immer wieder für gefährliche Situationen und Staus. Doch jeder kann helfen und eine Rettungsgasse bilden. Rettungsgassen retten Leben! Sie ermöglichen es den Einsatzkräften, schnell zum Unfallort zu gelangen, um Verletzte zu bergen und zu versorgen. Und dabei kommt es auf jede Sekunde an.

Eine Gasse ist zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen zu bilden. Das Prinzip ist ganz einfach mit der rechten Hand zu merken: Die Lücke zwischen Daumen und Zeigefinger ist die Rettungsgasse.

Wie Sie schnell und richtig eine Rettungsgasse bilden, sehen Sie hier im Video.

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