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25 Jahre NRW Polizei im Ausland

Mali 2019
25 Jahre NRW Polizei im Ausland
Aus diesem Anlass fand am 2. Oktober 2019 im Haus der Geschichte in Bonn eine Feierstunde unter der Schirmherrschaft des Innenministers Herbert Reul statt.
LAFP NRW

Das Innenministerium NRW würdigte mit dieser Veranstaltung die Beteiligung nordrhein-westfälischer Polizistinnen und Polizisten an internationalen Polizeimissionen. Innenminister Herbert Reul, Staatsekretär Jürgen Matthies, Inspekteur der Polizei NRW Bernd Heinen, Landtagsabgeordnete des Innenausschusses, Vertreter der Kreispolizeibehörden, aber auch viele Missionsteilnehmerinnen und Missionsteilnehmer füllten den Saal im Haus der Geschichte, das Landespolizeiorchester begleitet musikalisch die Veranstaltung.

Seit 1994 bis heute haben – bedingt durch mehrfache Verwendungen – circa 1.400 Polizistinnen und Polizisten aus NRW an Missionen der Vereinten Nationen, der Westeuropäischen Union und der Europäischen Union, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und bilateralen Projekten teilgenommen. Sie arbeiteten in den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawiens, in Afghanistan, in Afrika oder seit 2015 im Auftrag der europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (FRONTEX) an den Außengrenzen der EU.

Zurzeit befinden sich 23 Polizistinnen und Polizisten aus NRW in der Ukraine, im Kosovo, im Sudan, in Mali, in Somalia, in Afghanistan und für FRONTEX in Griechenland, Italien, Bulgarien und Spanien. Sie leisten dort einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung ehemaliger Krisen- und Kriegsgebiete und helfen bei der Registrierung von Migranten an den Außengrenzen der EU.

 

Hintergrund

Das Jahr 1994 markiert einen Wendepunkt für die Beteiligung der Länder an internationalen Polizeimissionen, denn zunächst stellte der damalige Bundesgrenzschutz die Kontingente für internationale Beteiligung deutscher Polizei, so bei der UNTAG in Namibia, bei der UNTAC in Kambodscha und der MINURSO in der Westsahara. Das Engagement der Polizei NRW für die Innere Sicherheit auch im Ausland wird fester Bestandteil des Aufgabenportfolios.

Auf der ständigen Konferenz der Innenminister und Senatoren der Länder wird beschlossen, dass Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Bundesländer, des BKA und der Länderpolizeien fortan gemeinsam an Auslandseinsätzen beteiligt werden. Der erste gemeinsame Einsatz mit Bundes- und Länderpolizeien findet 1994 im Rahmen der WEU-Police Mostar statt. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Bremen, Hans Koschnik, wird als Administrator in Mostar eingesetzt, um eine funktionierende Verwaltung in der geteilten Stadt einzurichten. Zum Aufbau einer geordneten Verwaltung gehört auch eine funktionierende Polizei. Daher werden im Auftrag der Westeuropäischen Union (WEU) Polizeibeamte aus Europa nach Mostar entsandt, darunter auch Polizisten aus NRW.

Heinz Kurscheid aus Bonn gehörte zu den ersten NRW Polizisten, die im Oktober 1994 mit einem Polizeibus nach Mostar reisten. Von seinen Erlebnissen dort berichtete er im Rahmen eines Interviews auf der Veranstaltung. Seine deutlich jüngere Kollegin Julia Sabass aus Oelde arbeitete bis Juli 2019 für die Vereinten Nationen in Mali. Nicht nur 24 Jahre und verschiedene Kontinente unterscheiden diese Einsätze.

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