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Unterstützung aus der Luft: Drohnen ermöglichen der Polizei NRW ganz neue Perspektiven

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Unterstützung aus der Luft: Drohnen ermöglichen der Polizei NRW ganz neue Perspektiven
Die nordrhein-westfälische Polizei wird ab 2021 mit zunächst 76 Drohnen in den Bereichen der Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen, der Tatortvermessungsgruppe des Landeskriminalamtes und der Bereitschaftspolizei ausgestattet. In einem nächsten Schritt werden für die Verkehrsunfallaufnahme-Teams weitere 30 Drohnen beschafft.
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Dortmund im April 2020. Ein polizeibekannter Täter, der in seiner Wohnung eine Betäubungsmittelplantage angepflanzt hatte, ist auf das Dach eines Mehrfamilienhauses geflüchtet und hält sich dort außerhalb des Sichtbereiches der eingesetzten Polizeikräfte 40 Minuten lang auf einer Gaube versteckt. Ein Zugriff ist nicht möglich. Als die Polizeibeamten an der Einsatzörtlichkeit eintreffen, führen sie ein neues Einsatzmittel mit - die Drohne DJI Mavic 2 Zoom. Mit ihrer Hilfe wird der Täter in einer Höhe von zwölf Metern lokalisiert und soll über einen angebrachten Lautsprecher von den Einsatzkräften angesprochen werden. Doch schon beim Anblick der Drohne gibt er sein Versteck auf und lässt sich widerstandslos festnehmen.

Dieses Beispiel aus der Praxis zeigt: Die Drohnen eröffnen der Polizei im wahrsten Sinne des Wortes einen neuen Blickwinkel. In einem Pilotprojekt hat die Polizei NRW die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Drohnen mehrere Monate lang getestet und rund 500 Einsatzflüge durchgeführt. Darunter waren zahlreiche Aufklärungsflüge, zum Beispiel bei einer großangelegten Bombenentschärfung in Dortmund und einer Wohnhausexplosion in Köln. Am häufigsten konnten die Drohnen bei der Spurensicherung unterstützen – an Tatorten oder bei schweren Verkehrsunfällen. Gerade bei der Unfallaufnahme hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Drohnen sehr hilfreich ist und viel Zeit spart. Die Autobahnen können nach Unfällen deutlich schneller wieder freigegeben werden, manchmal bis zu drei Stunden früher als in vergleichbaren Fällen ohne Drohne.

Um eine polizeiliche Drohne fliegen zu dürfen ist eine umfangreiche Fortbildung nötig. Voraussetzung ist zunächst der Kenntnisnachweis gemäß EU DrohnenVO, dieser ist mit der theoretischen Führerscheinprüfung vergleichbar und vermittelt die rechtlichen und technischen Grundlagen. Danach lernen die Fernpilotinnen und Fernpiloten in mehrtätigen Schulungen wie man eine Drohne im Einsatz fliegt, auch unter erschwerten Bedingungen, wenn zum Beispiel das Assistenzsystem ausfällt. Derzeit werden zahlreiche Fernpilotinnen und Fernpiloten fortgebildet, insgesamt werden dann bis zu 276 von ihnen landesweit im Einsatz sein. Die Drohnen können - ähnlich wie ein Hubschrauber - bei Bedarf von den Behörden angefordert werden.

Damit die Drohnen der Polizei gut zu erkennen sind, wurden sie in Streifenwagen-Optik beklebt. Start- und Landeplätze werden mit einem reflektierenden Landepad und Positionslichtern deutlich markiert. Um die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger in NRW zu gewährleisten, prüfen wir im Einzelfall, ob der Einsatz einer Drohne angemessen ist.

Die nordrhein-westfälische Polizei wird ab 2021 mit zunächst 76 Drohnen in den Bereichen der Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen, der Tatortvermessungsgruppe des Landeskriminalamtes und der Bereitschaftspolizei ausgestattet. In einem nächsten Schritt werden für die Verkehrsunfallaufnahme-Teams weitere 30 Drohnen beschafft.

Insgesamt hat sich die Drohne im Pilotprojekt als polizeiliches Einsatzmittel bewährt. Zukünftig werden Drohnen die Polizei NRW dabei unterstützen, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

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