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Zentrum für ethische Bildung und Seelsorge in der Polizei NRW

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Zentrum für ethische Bildung und Seelsorge in der Polizei NRW
Ein nachdrückliches Bekenntnis zur Notwendigkeit ethischer Bildung und des Angebots seelsorglicher Begleitung für die alltägliche operative Polizeiarbeit

Angesichts sich wandelnder gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse und damit einhergehenden neuen Kriminalitätsphänomenen und einer ungebrochenen Sehnsucht nach Sicherheit in den alltäglichen Lebensverhältnissen der Bürgerinnen und Bürger im Lande sehen sich die vielen Menschen in der Polizeiuniform mit immer neuen und anspruchsvollen Herausforderungen konfrontiert.

Ihnen wirksam begegnen zu können, setzt nicht zuletzt umfassend aus- und fortgebildete Polizeibeamtinnen und -beamte voraus. Sie werden professionell, bürgerorientiert und rechtsstaatlich nur dort agieren und damit den an sie gerichteten Erwartungen aus Gesellschaft und Politik nur dann entsprechen können, wenn sie über die dafür notwendigen fachtheoretischen und fachpraktischen Kompetenzen verfügen. Da sich ihre anspruchsvolle Tätigkeit jedoch in der Regel im direkten Kontakt mit Menschen in oft besonderen Einsatzlagen vollzieht, bedürfen sie in gleichem Maße einer gut gesicherten Werthaltung, die es immer wieder neu zu begründen und krisenstabil abzusichern gilt.

Um den wichtigen Wertediskurs in der nordrhein-westfälischen Polizei weiter zu intensivieren und systemisch zu sichern, wurde im Jahr 2014 das Zentrum für ethische Bildung und Seelsorge in der Polizei NRW (ZeBuS) als ein bisher in den Polizeien des Bundes und der Länder in der Bundesrepublik Deutschland einmaliges Kooperationsprojekt von Staat und Kirche gegründet. Als Teildezernat 34.4 ist es mit Sitz in Selm-Bork organisatorisch in das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten des Landes NRW (LAFP NRW) eingebunden. Seine Arbeit wird getragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LAFP NRW sowie von Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorgern des Bistums Münster sowie des Landeskirchenamtes der evangelischen Kirche von Westfalen. Ausgerichtet und sichergestellt wird seine Arbeit von einer Lenkungsgruppe, die sich aus hochrangigen Vertretern des Staates (Innenministerium NRW und LAFP NRW) und der kooperierenden Kirchen (Generalvikariat des Bistums Münster sowie die Landeskirchenämter der Evangelischen Kirche von Westfalen bzw. der Evangelischen Kirche im Rheinland) zusammensetzt.

In der jüngeren Vergangenheit stand seine Arbeit vornehmlich im Zeichen des intensiven polizeilichen Sicheinstellens auf die Herausforderungen des internationalen Terrorismus, das in der nordrhein-westfälischen Polizei unter dem Begriff „Amok Terrorismus - Extremismus“ (Amok TE) zusammengefasst wird. Hier war und ist das ZeBuS beteiligt, die ethischen Dimensionen polizeilichen Agierens im Einsatzkontext in die dafür notwendigen Aus- und Fortbildungskonzeptionen angemessen zu integrieren. Zielgruppe waren und sind dabei nicht nur junge Polizeistudierende und Beamtinnen und Beamte des Wachdienstes und der Bereitschaftspolizeiabteilungen sowie der Sondereinsatzkommandos (SEK), sondern wiederkehrend auch und gerade junge Führungskräfte und Führungsverantwortliche der Laufbahngruppe 2.2 (ehemals höherer Dienst). Eine Serie von themen-einschlägigen Einzelveranstaltungen haben inzwischen dazu geführt, dass in einigen Polizeibehörden des Landes NRW die innerbehördliche Wertediskussion im Rahmen von Führungs- und Dienstgruppendialogen auch über das Thema „Amok TE“ hinaus intensiviert wurde, wobei hier wiederkehrend die Unterstützung und Begleitung durch das ZeBuS gesucht und genutzt wurde und wird. In diesem Zusammenhängen realisiert sich das Selbstverständnis des ZeBuS, allen in der polizeilichen Bildung Tätigen Unterstützung für die Auseinandersetzung mit berufsethischen Fragestel-lungen anzubieten.

Daneben macht es sich das ZeBuS aber auch zum Anliegen, die Kooperation mit den in der Polizei tätigen Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorgern zu intensivieren, um auch hier die Voraussetzungen zu verbessern, dass Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger ihre für die Polizeibeamtinnen und -beamten im Bedarfsfall wichtige seelsorgliche Begleitung möglichst gut wahrnehmen können.

Das ZeBuS - ein wichtiger Förderer von bürgerorientierter, professioneller und rechtsstaatlicher Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen heute und morgen.

Autor: Reinhold Werwer (LAFP NRW)