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Unfallflucht ist unfair!

Unfallflucht
Unfallflucht ist unfair!
Die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfallfluchten mit Sachschaden ist in den letzten fünf Jahren in NRW um über 17 Prozent gestiegen. Damit passieren durchschnittlich 357 solcher Unfälle am Tag. Zahlen, die erschrecken, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Geschädigten in ungeklärten Fällen auf ihrem Schaden sitzen bleiben.

Häufig passiert es auf dem Parkplatz. Vor dem Supermarkt zum Beispiel. Der Einkaufswagen hat sich selbständig gemacht. Eh man sich versieht, ist er schon gegen das Auto auf dem angrenzenden Parkplatz geprallt. Oder aber es ist die Autotür. Aufgestoßen mit etwas zu viel Elan. Endstation: das Auto nebenan. Jetzt schnell umschauen: Hat das jemand gesehen? Nein? Dann wollen wir mal keine Pferde scheu machen und es auch niemandem sagen.

Falsch! - Denn Verkehrsunfallflucht ist kein Kavaliersdelikt - auch wenn "nur" ein Sachschaden entstanden ist und niemand verletzt wurde. Auch der Rempler auf dem Parkplatz - oder im Straßenverkehr - ist eine Straftat nach § 142 Strafgesetzbuch (StGB) und kann bei Ermittlungserfolg für den "Flüchtigen" mit einer empfindlichen Geldstrafe und Punkten, Entzug der Fahrerlaubnis oder im schlimmsten Fall einer Freiheitsstrafe enden. Ganz abgesehen von zivilrechtlichen Ansprüchen.

Die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfallfluchten mit Sachschaden ist in den letzten fünf Jahren in NRW um über 17 Prozent gestiegen. Die Polizei NRW zählte im Jahr 2017 insgesamt 130.564 Verkehrsunfallfluchten mit Sachschaden. Damit passierten durchschnittlich 357 solcher Unfälle am Tag. Zahlen, die erschrecken, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Geschädigten in ungeklärten Fällen auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Und der ist oft nicht gering.

 

"Unfallflucht ist unfair" - so lautet der Titel einer neuen Aktion

Ziel der Aktion ist es, das Unrechtsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu schärfen und die Aufmerksamkeit auf das Thema Unfallfluchten zu lenken. Die Aktion „Unfallflucht ist unfair“ läuft zunächst über ein Jahr und strebt eine Verhaltensänderung der Unfallverursacher sowie die Verbesserung der Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten an. Durch die Hinweise von Unfallzeugen wird Geschädigten eine Schadenregulierung in vielen Fällen erst ermöglicht.

„Unfallflucht ist unfair!“ startet jetzt in den Polizeibehörden Dortmund, Duisburg, Euskirchen, Hochsauerlandkreis, Lippe und Recklinghausen. In den kommenden Wochen stehen dort Polizistinnen und Polizisten auf Großparkplätzen und in öffentlichen Parkhäusern nicht nur als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Verkehrsunfallflucht bereit. Sondern sie haben auch Infoplakate im Gepäck, die in den kommenden Wochen in verschiedenen Geschäften ausgehängt werden sollen. Zusätzlich liegen dort  Hinweiszettel bereit. Diese können Zeugen einer Verkehrsunfallflucht einfach ausfüllen und so gezielt bei den polizeilichen Ermittlungen helfen. Kleiner Tipp: Legen Sie sich einfach einen davon ins Auto. So können Sie schnell Daten notieren, falls Sie eine Unfallflucht beobachten.