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SKALA - Predictive Policing ist eines der derzeit spannendsten Polizeithemen und steht für „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation"

Screenshot SKALA
SKALA - Predictive Policing ist eines der derzeit spannendsten Polizeithemen und steht für „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation"
Das Projekt läuft seit Anfang des Jahres 2015 im LKA NRW und ist ein eigenständiges System zur Kriminalitätsprognose. Auf Basis raumbezogener Daten wird die Wahrscheinlichkeit eines Wohnungseinbruchs für sogenannte Wohnquartiere berechnet.

Zur Prüfung der Möglichkeiten und Grenzen der Prognose von Kriminalitätsbrennpunkten sowie der Effektivität und Effizienz darauf aufbauender polizeilicher Maßnahmen hat das LKA NRW ein Pilotprojekt unter Beteiligung der Polizeipräsidien Bonn, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln und Gelsenkirchen durchgeführt. Das LKA NRW  entwickelte hierzu die komplexe, leistungsstarke IT-Anwendung SKALA (System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation) und stellte den Pilotbehörden wöchentliche Prognosen zur Wahrscheinlichkeit von Wohnungseinbrüchen, Gewerbeeinbrüchen und Kfz-Delikten zur Verfügung.  

Zwischenzeitlich hat das LKA NRW das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Im Ergebnis ermöglicht SKALA die frühzeitige Identifizierung aufkommender Kriminalitätsbrennpunkte und fördert damit die zielgerichtete polizeiliche Aufgabenwahrnehmung. SKALA kann die Einsatzplanung so von zentraler Stelle unterstützen und bietet neue Ansatzpunkte zur Kriminalprävention.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass SKALA für den Einsatz in großstädtischen Bezirken geeignet ist. Für ländliche Bezirke bedarf es jedoch auf Grund der dort vergleichsweise geringen Fallzahlen bei zugleich großen Räumen noch weiterer Entwicklungsarbeit. SKALA soll daher zunächst in allen Polizeipräsidien zum Einsatz gebracht werden. 

Die Software erfasst und kategorisiert Daten zu Einbrüchen in einer Stadt, also beispielsweise Tatort, Tatzeit und das Vorgehen der Täter. Diese Daten werden mit frei verfügbaren Informationen über Bebauung, Sozial- und Infrastruktur kombiniert. Ein Algorithmus bestimmt auf dieser Daten-Grundlage, wo ein Hot Spot liegt, an dem die Wahrscheinlichkeit für weitere Einbrüche hoch ist - und an dem die Polizei deshalb besonders präsent und aufmerksam ist. 

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW ging im Jahr 2017 deutlich zurück: Mit rund 39.000 Fällen gab es ein Viertel (25,7 Prozent) weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr. Von den 39.057 Wohnungseinbrüchen blieben 46,3 Prozent im Versuch stecken, weil die Täter nicht in die Wohnungen oder Häuser gelangten oder nichts entwendeten. Es sind immer noch zu viele. Der deutliche Rückgang zeigt aber, dass die Maßnahmen gegen Einbruch wirken.