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Polizei warnt vor Gefahren durch Ablenkung am Steuer

Polizei NRW/Hochschule OWL
Polizei warnt vor Gefahren durch Ablenkung am Steuer
Sei smart - Finger weg von elektronischen Geräten während der Fahrt!

Verkehrsexperten warnen, dass Ablenkung am Steuer eine immer größer werdende Unfallgefahr darstellt. Aktuelle Untersuchungen belegen zudem, dass 55 Prozent aller Autofahrer ihr Smartphone regelmäßig am Steuer benutzen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar erschreckende 85 Prozent. Durchschnittlich verfasst jeder sechste Autofahrer während der Fahrt eine Textnachricht - jüngere Fahrer noch häufiger. Psychologen sprechen dabei von suchtähnlichen Verhaltensweisen, bedingt durch den Druck ständiger Erreichbarkeit und dem Wunsch digitaler Teilhabe.

Einmal kurz online - für immer offline
In einer Sekunde kann mehr passieren als man denkt! Ein kurzer Blick aufs Handy ist lebensgefährlich. Um auf die Gefahren durch Ablenkung aufmerksam zu machen, haben die Kreispolizeibehörden Lippe und Paderborn gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe drei eindringliche Videos produziert. Keine WhatsApp-Nachricht, kein Anruf ist ein Menschenleben wert.
 
Im Jahr 2017 ahndete die NRW-Polizei insgesamt 156.784 Handy-Verstöße. Angesichts des durch wissenschaftliche Studien nachgewiesenen erhöhten Risikos um das bis zu 50-fache durch die Ablenkung von Smartphones, ist Ablenkung in Fachkreisen unbestritten eine der wesentlichsten Unfallursachen in NRW.

 

Wie wirkt sich der neue § 23 Absatz 1a der Straßenverkehrs-Ordnung auf die Verkehrsteilnehmer aus?

§ 23 Absatz 1a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist seit dem 19. Oktober 2017 in Kraft. Aktuell bezieht sich die Regelung auf alle elektronischen Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen oder zu dienen bestimmt sind. Schon vor der Änderung im Jahr 2017 tendierte die Rechtsprechung dazu, den Begriff "Benutzung" weit auszulegen, so dass auch künftig davon ausgegangen werden kann, dass jegliches Beanspruchen irgendeiner Smartphone-Funktion ausreicht, um die Anforderungen an eine Benutzung zu erfüllen. In jedem Falle liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, wenn das Gerät zur Benutzung aufgenommen oder gehalten wird.

Neue Regeln auf einen Blick:

  • Mobil-/Autotelefone wurden erweitert auf elektronische Geräte zur Kommunikation, Information oder Organisation wie zum Beispiel:
    • Smartphones,
    • Tablets,
    • Laptops,
    • Notebooks,
    • Smartwatches.
  • Das Aufnehmen/Halten zur Benutzung ist ausnahmslos verboten.

Auch die Nutzung bei "Start-Stop-Automatik" oder einem Elektromotor im Ruhemodus ist nicht erlaubt.

 

Erhöhte Bußgelder und konsequente Verfolgung durch die Polizei

Die neue Regelung hebt die Bußgelder für die Benutzung elektronischer Geräte als Führer eines Kraftfahrzeuges von 60 Euro auf 100 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister an. Bei einer hinzutretenden Gefährdung kommt ein Monat Fahrverbot hinzu. Verstöße gegen § 23 Absatz 1a StVO werden beim Führen eines Kraftfahrzeuges als schwerwiegende Verstöße, die zur Teilnahme an einem Aufbauseminar, Verlängerung der Probezeit und dem Entzug der Fahrerlaubnis führen können, eingestuft (Anlage 12 Fahrerlaubnisverordnung (FeV), Probezeit).

Für Radfahrer wurde das Verwarngeld von 25 Euro auf 55 Euro erhöht.

Festgestellte Verstöße werden durch die Polizei zur Anzeige gebracht. Bei wiederholten Verstößen drohen zudem noch höhere Bußgelder, Fahrverbote und für Unbelehrbare auch der Entzug der Fahrerlaubnis.