Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

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Rekord auf Rekord

Erfasste Fälle- aufgeklärte Fälle (Straftaten insgesamt)
Rekord auf Rekord
Straftaten so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr.
IM NRW

Der Innenminister zieht den Hut. „Unsere Polizei kann stolz sein“, sagt Herbert Reul, als er die Polizeiliche Kriminalstatistik vorstellt. Die Zahl der registrierten Straftaten ging gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 1.227.929 zurück – und damit auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren. „Unsere Polizei verzeichnet die zweitbeste jemals gemessene Aufklärungsquote“, sagt Reul über die Quote von 53,3 Prozent nach einem Rekordwert im Jahr zuvor.

„Das ist ein super Ergebnis, über das ich mich wirklich freue und zu dem ich vor allem den Polizistinnen und Polizisten gratuliere“, betont Reul. Der Minister zeigt sich gerade mit den Fortschritten bei Delikten zufrieden, die für die Bürgerinnen und Bürger besonders belastend und damit entscheidend für das Sicherheitsgefühl im Land sind, wie Diebstahl, Straßenkriminalität und Wohnungseinbrüche.

Allerdings berge auch die Statistik 2019 Schattenseiten, wie etwa den Anstieg bei den Tötungsdelikten oder das wieder zunehmende Betäubungsmittelproblem. „Daran müssen wir arbeiten, daran werden wir arbeiten“, verspricht Reul. „Wir müssen aber auch die Möglichkeiten schaffen und den Polizistinnen und Polizisten den Rücken freihalten. Und wir müssen sie für ihren anspruchsvollen Job bestens ausstatten: personell und technisch.“

 

Schwerpunkte

 

Diebstahl

462.574 Fälle, -7,32 Prozent

Die Diebstahlsdelikte nehmen mit 37,7 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ein. Reul begrüßt die positive Entwicklung mit einem Rückgang um 36.527 Fälle besonders, weil Diebstahl zu den Delikten gehöre, „die für die Bürger besonders belastend“ sind.

 

Straßenkriminalität

297.688 Fälle, -6,8 Prozent

Damit liegt zum zweiten Mal in Folge die niedrigste Straßenkriminalitäts-Fallzahl seit Einführung dieser Kategorie in die Polizeiliche Kriminalstatistik im Jahr 1990 vor. Bereits im vergangenen Jahr war hier ein Rückgang um 8,45 Prozent zu verzeichnen. „Unsere Null-Toleranz-Strategie wirkt“, so der Minister.

 

Wohnungseinbrüche

26.857 Fälle, -10,2 Prozent

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen sank weiter, nachdem bereits für das Jahr 2018 23,4 Prozent weniger Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr registriert worden waren. Minister Reul lobt: „Das ist ein enormer Erfolg. Die kriminalstrategische Schwerpunktsetzung greift, durch mehr Kontrollen und mehr Druck, durch Prävention und polizeiliche Beratung.“

 

Mord und Totschlag

412 Fälle, +7,9 Prozent 

Zum zweiten Mal in Folge registriert die Polizei einen Anstieg bei den Tötungsdelikten. 412 Fälle waren hier im vergangenen Jahr zu verzeichnen, 2018 waren es noch 382. In 75 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch, die Aufklärungsquote liegt bei rund 96 Prozent.

 

Sexueller Missbrauch von Kindern

2.805 Fälle, +15,8 Prozent

Beim Kindesmissbrauch hatte die Polizei im vergangenen Jahr nach den Ereignissen von Lügde einen Schwerpunkt gesetzt. 2019 wurden 2.805 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern erfasst, 383 Fälle mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote betrug 83,7 Prozent, die höchste der letzten 20 Jahre. 2.131 Tatverdächtige wurden ermittelt.

 

Kinderpornografie

2.359 Fälle, +67,1 Prozent

Im Bereich Kinderpornografie wurden im vergangenen Jahr 2.359 Fälle erfasst, 947 Fälle mehr als im Vorjahr. 2.199 Fälle wurden aufgeklärt, das entspricht einer Quote von 93,2 Prozent. „Wir ermitteln mehr, also finden wir mehr. Das ist ein echter Fortschritt“, so Reul.

 

Betäubungsmittel-Delikte

68.872 Fälle, +1,6 Prozent

Bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet die Kriminalstatistik den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Anstieg betrifft vor allem Cannabis und Kokain. 292 Rauschgifttote sind 52 mehr als 2018. „Allein diese Zahl zeigt, dass es bei diesem Thema nichts zu bagatellisieren gibt“, sagt der Minister.

 

Ausländer- und Zuwanderer- Kriminalität

Von den 447.847 Tatverdächtigen im vergangenen Jahr hatten 154.389 Menschen keinen deutschen Pass, also rund ein Drittel aller Tatverdächtigen. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung im Land beträgt aber lediglich 13,3 Prozent. „Wir brauchen diese Transparenz, um eine gesellschaftliche Debatte darüber zu führen, was wir tun können, damit sich dieses Missverhältnis ändert“, betont Reul.