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Präventionsprojekt Klarkommen! Chancen bieten durch Prävention

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Präventionsprojekt Klarkommen! Chancen bieten durch Prävention
„Klarkommen!“ ist eine kriminalpräventive Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die die Kriminalität zugewanderter junger Menschen verhindert und ihre Gemeinschaftsfähigkeit verbessert.
IM NRW

Die Initiative

„Klarkommen!“ ist eine  kriminalpräventive Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die die Kriminalität zugewanderter junger Menschen verhindert und ihre Gemeinschaftsfähigkeit verbessert.

 

Das Konzept

 

Ausgangssituation

Seit einigen Jahren hat sich die Migration junger Menschen, die aus inner- oder außereuropäischen Ländern begleitet durch ihre Familien oder unbegleitet zu uns kommen, stark erhöht. Einige von Ihnen geraten auf die schiefe Bahn und fallen der Polizei durch Straftaten in außergewöhnlicher Quantität und/oder Qualität auf. Kulturelle Hintergründe oder Erfahrungen auf den – teilweise jahrelangen – Reisewegen machen es den jungen Menschen bzw. ihren Familien oft schwer, dem deutschen Staat und seinen Institutionen zu vertrauen. Entsprechend schwierig und bisweilen unmöglich wird es, diese Menschen zu erreichen. Oftmals entziehen sie sich auch ganz bewusst dem Regel- und Hilfesystem.

Leitgedanke: Kultursensibilität und Fremdsprachenkompetenz

Um Straftaten und Opfer zu verhindern und die Situation für die zugewanderten Menschen und die Bevölkerung zu entspannen, muss ein spezifischer und wirkungsvoller Zugang zu dieser Zielgruppe gefunden werden. Erst wenn dieser erreicht ist, kann an den zu Grunde liegenden Problemen und Ursachen gearbeitet werden. Dabei setzt Nordrhein-Westfalen auf eine kultursensible Herangehensweise. Korrelierende Migrationshintergründe / -kenntnisse, Sprachkompetenzen und Kultursensibilität bei den eingesetzten pädagogischen Fachkräften sowie ihre enge Zusammenarbeit mit den lokalen Kreispolizeibehörden und den Kommunen sind zielführend.

Ziel

Die NRW-Initiative „klarkommen!“ hat zum Ziel, die Kriminalität zugewanderter junger Menschen zu verhindern und ihre Gemeinschaftsfähigkeit zu verbessern.

Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und Heranwachsende mit einem aktuellen Migrationshintergrund (nicht in Deutschland geboren, Einreise nach Deutschland liegt nicht länger als zwei Jahre zurück), die durch häufige und/oder schwere Straftaten auffallen und die sich bzw. deren Familien sich dem Regel- und Hilfesystem überwiegend entziehen.

 

Methodik

 

Migrationsspezifische pädagogische Fachkräfte

Es geht darum, von der Zielgruppe akzeptiert zu werden und die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe zu kennen, zu verstehen, um damit und daran gezielt zu arbeiten. Korrelierende Migrationshintergründe der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sowie der Einsatz zertifizierter Sprach- und Integrationsmittler sind hier ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Die Fachkräfte sind per Dienstleistungsvertrag in die Arbeit der Polizei eingebunden.

Aufsuchende Arbeit und „Anlaufstellen“

Die Zielgruppe muss zum Teil zunächst im Rahmen von Streetwork ausfindig gemacht und dann in einem zweiten Schritt erreicht und zur Teilnahme animiert werden. Durch pädagogische Angebote und Sprachkurse in den eigens für die Initiative geschaffenen „Anlaufstellen“ werden die Tage der meisten Teilnehmenden erstmals strukturiert und eine Bindung zu den neuen Bezugspersonen stellt sich ein.

Verquickung mit konsequenter Strafverfolgung

Es ist ein Spiel mit offenen Karten. Die Teilnehmenden und ggf. deren Eltern wissen, dass sie im Fokus der Polizei stehen und die pädagogische Fachkräfte im Auftrag der Polizei handeln. Das wird ihnen z.B. bei gemeinsamen Gefährderansprachen deutlich vor Augen geführt.

Ein Konzept, individuelle Varianten

Die Methodik der Initiative ist als Standard vorgegeben. Über die spezifische Form der Ausführung bestimmen die umsetzenden Behörden individuell und an die jeweilige Bedarfslage angepasst.

 

Evaluation

Die NRW-Initiative „klarkommen!“ wurde durch die Zentrale Evaluationsstelle des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen untersucht. Die Evaluatoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Zielgruppen sehr gut erreicht werden. Neben guten Resultaten im Bereich der Bildungsbiografien und der Sprachförderung ist bei den Teilnehmern insbesondere eine deutliche Abnahme der Straftaten zu verzeichnen.