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Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

Polizeiliche Kriminalstatistik
Polizeiliche Kriminalstatistik 2016
Bericht zur Kriminalitätsentwicklung 2016 in Nordrhein-Westfalen
LKA NRW

Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung in Nordrhein-Westfalen

(Auszug aus dem PKS jahrbuch 2016)

Die Anzahl der Gesamtstraftaten sank im Berichtsjahr um 3,2% auf 1 469 426 Fälle. Das sind 48 022 Fälle weniger als im Vorjahr. Das ist der niedrigste Stand der letzten fünf Jahre.
461 Straftaten gegen das Leben: Damit stieg die Zahl der Straftaten um 39 Fälle erstmalig nach drei Jahren wieder an (+9,2%). (Höchststand 1995: 755 Fälle).
Die Fallzahlen der Gewaltkriminalität sind um 5,1% (2 345 Fälle) gestiegen.
Der Anteil der unter 21-Jährigen an den Tatverdächtigen ist mit 21,7% (107 238 TV) um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Der Wohnungseinbruchdiebstahl weist 2016 mit 52 578 Fällen einen Rückgang von 9 784 Fällen auf (-15,7%). Das ist der niedrigste Stand der letzten fünf Jahre.
Rückgang bei der Straßenkriminalität: Es ist mit 378 187 Fällen der niedrigste Stand seit dem Höchststand von 1992 (574 482 Fälle) zu verzeichnen.
Rückgang des Ladendiebstahls: Mit einem Minus von 3,7% im Vergleich zu 2015 wurde die Grenze von 100 000 wieder unterschritten.
Die Fallzahlen des Diebstahls von Kraftwagen sind im Vergleich zum Vorjahr um 8,5% (-701 Fälle) gesunken.
Die Fahrraddiebstähle nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 3 181 Fälle oder 3,8% auf 80 689 Fälle ab.

Zunahmen sind u. a. bei diesen Delikten zu verzeichnen:
-    Computerkriminalität (+6 063 Fälle oder +36,4%)
-    Vergewaltigung  und sexuelle Nötigung (+462 Fälle oder +24,9%)
-    Straftaten gegen das Leben (+39 Fälle oder +9,2%)
-    Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen (+1 189 Fälle oder +7,7%)
-    Rauschgiftdelikte (+4 232 Fälle oder +7,3%)
-    Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (+11 429 Fälle oder +6,3%)

Rückgänge sind u. a. bei folgenden Delikten festzustellen:
-    Wohnungseinbruchdiebstahl (-9 784 Fälle oder -15,7%)
-    Räuberischer Diebstahl (-266 Fälle oder -9,6%)
-    Warenkreditbetrug (-7 841 Fälle oder -9,5%)
-    Diebstahl an und aus Kraftwagen (-9 038 Fälle oder -8,6%)
-    Betrug (-20 632 Fälle oder -8,3%)
-    Diebstahl insgesamt (-55 794 Fälle oder -8,1%)
-    Taschendiebstahl (-3 711 Fälle oder -6,8%)
-    Straßenkriminalität (-12 195 Fälle oder -3,1%)


Straftaten gegen das Leben

Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben hat um 39 Fälle oder 9,2% zugenommen (2015: 422 Fälle, davon 243 Versuche; 2016: 461 Fälle, davon 268 Versuche). Die Anzahl der Morde stieg von 104 Fällen (2015, Versuche: 60) um neun oder 8,7% auf 113 Fälle (2016, Versuche: 63). Die Anzahl der Totschlagsdelikte stieg um 28 oder 12,1% auf 259 Fälle (2015: 231), die der fahrlässigen Tötungen (ohne Verkehrsdelikte) sank von 71 Fällen 2015 auf 65 (-8,5%).
Beim Absturz eines Flugzeugs der Fluglinie Germanwings, Flug-Nr. 4U 9525, am 24. März 2015 verstarben alle 144 Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder. Die im Jahr 2016 abgeschlossenen Ermittlungen ergaben, dass der Co-Pilot vorsätzlich den Absturz herbeiführte. Weil der Flughafen Köln/Bonn der Heimatflughafen der Fluglinie Germanwings ist, sind das Tötungsdelikt und die 149 Opfer in der PKS NRW darzustellen.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

2016 wurden 10 376 Sexualdelikte, insofern 531 Fälle oder 5,4% mehr als im Vorjahr (9 845) angezeigt. Die bekannt gewordenen Vergewaltigungen und besonders schweren sexuellen Nötigungen sind um 462 auf
2 320 Fälle oder um 24,9% gestiegen (2015: 1 858). Die Anzahl der Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern stieg um 87 Fälle oder 3,9% (2015: 2 247; 2016: 2 334). Die Anzahl der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse sank von 2 110 auf 1 660 Fälle (-21,3%).

Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit

Bei den Rohheitsdelikten ergab sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 11 429 Fälle (2015: 181 984; 2016: 193 413). Die Anzahl der Raubdelikte sank um 967 Fälle oder 7,1% (2015: 13 614; 2016: 12 647), das ist der niedrigste Wert seit 2001 (12 935 Fälle). Die Fallzahlen der gefährlichen und schweren Körperverletzung stiegen von 30 521 (2015) um 2 808 oder 9,2% auf 33 329 Fälle, die der vorsätzlichen einfachen Körperverletzungen stiegen um 7 193 Fälle oder 8,5% auf 91 712 (2015: 84 519). Für 2016 wurden elf Fälle des erpresserischen Menschenraubes (2015: zehn) und drei Geiselnahmen (2015: vier) erfasst.

Gewaltkriminalität

Die Entwicklung bei den Raubdelikten bleibt weiterhin rückläufig (-7,1%), obwohl die Gewaltkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um 5,1% oder 2 345 Fälle auf 48 696 Fälle stieg (2015: 46 351).
Zum fünften Mal in Folge seit 2003 waren weniger als 50 000 Fälle der Gewaltkriminalität zu verzeichnen (Höchststand 2007: 53 420).

Diebstähle

Bei einem großen Teil der Diebstahlsarten waren 2016 sinkende Fallzahlen zu erkennen. 2016 wurden für NRW insgesamt 636 007 Diebstähle erfasst. Das entspricht 43,3% der Gesamtkriminalität (2015: 691 801 Fälle bzw. 45,6%). Verglichen mit 2015 nahm die Diebstahlskriminalität um 55 794 Fälle oder 8,1% ab. Eine Abnahme ist insbesondere bei den Diebstählen unter erschwerenden Umständen zu verzeichnen, deren Anzahl um 27 636 Fälle oder 8,6% auf 294 971 Fälle sank.
Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle sank von 62 362 Fällen (2015) auf 52 578, was einer Abnahme um 9 784 Fälle oder 15,7% darstellt. Der Versuchsanteil lag bei 45,6% (2015: 43,7%). 24 304 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls waren Tageswohnungseinbrüche (Tatzeit zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr). Das ist eine Abnahme um 12,9% (2015: 27 896 Fälle). Der Versuchsanteil lag bei 39,7% (2014: 37,7%).

Die Fallzahlen des Taschendiebstahls sanken im Jahr 2016 auf 50 893 erfasste Fälle (-6,8%).

Die Anzahl der Fälle, zu denen unbare Zahlungsmittel als Diebesgut erfasst wurden, sank im Vergleich zum Vorjahr (62 735) um 8 416 Fälle auf 54 319.

Die Anzahl der Diebstähle von Kraftwagen fiel im Berichtsjahr um 701 Fälle oder 12,0% auf 7 518 Fälle (2015: 8 219).

Die Anzahl der Ladendiebstähle sank um 3 732 oder 3,7% auf 96 753 Fälle (2015: 100 485). Zwischen 1991 und 2006 variierten die Fallzahlen zwischen 152 751 (1997) und 103 265 (2006). Von 2007 bis 2014 hielten sich die Fallzahlen im Bereich Ladendiebstahl konstant unter 100 000 Fällen jährlich. Im Berichtszeitraum sank die zu verzeichnende Anzahl nach einem Anstieg in 2015 wieder unter diese Grenze.

Die Fahrraddiebstähle nahmen um 3 181 Fälle oder 3,8% auf 80 689 Delikte ab. Das höchste Aufkommen wurde im Jahr 1992 mit 134 615 Fällen registriert.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Im Berichtsjahr sind 275 889 Fälle erfasst worden. Das sind 17 859 oder 6,1% weniger Fälle als 2015 (293 748). Ursächlich dafür ist insbesondere ein Rückgang der Betrugsdelikte, deren Anzahl von 247 351 Fällen im Jahr 2015 auf 226 719 Fälle um 20 632 oder 8,3% sank.

Unter Berücksichtigung des Informations- und Auswertebedarfs wurden die Erfassungsregeln im Bereich des Betrugs zum Berichtszeitraum angepasst. Die Straftatenschlüsselzahlen für die Erfassung des Betrugs mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten und des Betrugs mittels rechtswidrig erlangter Kreditkarten werden zu jeweils einem Erfassungsschlüssel „Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN“ und „Betrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten ohne PIN“ zusammengefasst.

Im Berichtsjahr wurden zum Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel 15 555 Fälle (2015: 14 944 Fälle) erfasst. Das ist ein Anstieg um 611 Fälle oder 4,1%. Darunter waren 3 842 Fälle (2015: 2 732 Fälle) des Betrugs mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten ohne PIN und 3 827 Fälle (2015: 4 440 Fälle) des Computerbetrugs mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN. Das sind ein Rückgang um 613 Fälle oder 13,8% beim Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN und ein Anstieg um 1 110 Fälle oder 40,6% beim Betrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten ohne PIN. Aufgrund der Änderungen der Deliktschlüssel ist eine unmittelbare Vergleichbarkeit zum Vorjahr nicht gegeben.

Die rückläufige Entwicklung der Fallzahlen des Computerbetrugs setzt sich im Berichtsjahr fort. Nach der Abnahme der Fallzahlen in den Jahren 2011 (-1 129 Fälle; -15,2%), 2012 (-190 Fälle; -3,0%), 2014 (-748 Fälle;
-11,0%) und 2015 (-737 oder -12,2%) sank die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle um 1 509 oder 28,5% auf 3 780 erneut.

Zu berücksichtigen ist dabei eine Änderung der bundeseinheitlichen Richtlinien der PKS für die Erfassung von Taten mit Tatmittel Internet. Taten, deren Tatort nicht eindeutig in Deutschland liegt, werden mit Einführung der Erfassung von Auslandsstraftaten bundeseinheitlich ab 2018 gesondert erfasst.

Die Anzahl der Waren- und Warenkreditbetrügereien sank 2016 um 7 841 Fälle oder 9,5% auf 75 150 Fälle. Sowohl der Warenbetrug sank auf insgesamt 26 914 Fälle (-1 555 Fälle oder -5,5%), als auch der sonstige Warenkreditbetrug auf 47 817 Fälle (-6 358 Fälle oder -11,7%).

Die Zahl der Geld- und Wertzeichenfälschungen stieg von 976 auf 1 062 Fälle an (+86 oder +8,8%).

Sonstige Straftatbestände

Die Anzahl der sonstigen Straftaten gemäß StGB stieg von 238 581Fällen (2015) auf 251 625 Fälle. Das ist ein Anstieg um 13 044 Fällen oder 5,5%.
Umweltdelikte (§§ 324, 324a, 325 - 330a StGB) stiegen von 1 371 (2015) auf 1 427 Fälle um 56 Fälle (+4,1%).

Seit 2008 werden Graffitifälle gesondert erfasst, bis 2015 war die Anzahl der gemeldeten Fälle stetig rückläufig. War 2015 noch ein Rückgang um 17 360 Fälle (2014) auf 16 514 Fälle (2015) oder 4,9% zu verzeichnen, stieg ihre Anzahl im Berichtszeitraum auf 18 660 Fälle. Das sind 2 146 Fälle mehr oder 13,0%. Das entspricht 13,7% der insgesamt 136 011 erfassten Sachbeschädigungen (2015: 131 753 Fälle oder 12,6%).

Die Fallzahl der Beleidigungen auf sexueller Grundlage stieg von 8 236 Fällen auf 10 420 erneut an (+2 184 Fälle oder +26,5%). 757 Fälle trugen dabei die Sonderkennung „Tatmittel Internet“ (2015: 749).

Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze

Die Anzahl der Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz ist 2016 auf 62 091 Fälle gestiegen. Es wurden 4 232 Fälle mehr erfasst als im Vorjahr (2015: 57 859 Fälle). Das ist ein Anstieg um 7,3%. Bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz handelt es sich überwiegend um Kontrolldelikte. Anstiege und Rückgänge stehen in Zusammenhang mit der Intensität der Kontrollen.

Die Anzahl der Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU sank um 4 883 oder 17,6% auf 22 867 Fälle (2015: 27 750 Fälle; +61,2%). Ursächlich für den Rückgang ist insbesondere die rückläufige Zuwanderung aus der Krisenregion Syrien.

Die Zahl aller Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze nahm um 588 (+0,6%) auf 101 655 Fälle zu (2015: 101 067). Das ist überwiegend auf den Anstieg der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz zurückzuführen.

Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität insgesamt sank im Vergleich zum Vorjahr um 12 195 Fälle auf 378 187 (-3,1%).

Damit setzt sich der rückläufige Trend der letzten Jahre weiter fort (2014: 393 279; 2015: 390 382).

Der Höchststand von 574 482 Fällen der Straßenkriminalität war im Jahr 1992 erreicht. Ab 2002 sanken die Fallzahlen im Bereich der Straßenkriminalität und blieben seitdem unter einer Zahl von 400 000.

Tatmittel Internet

Nach der uneinheitlichen Entwicklung in den Vorjahren, Rückgängen in den Jahren 2010 und 2011 und einem Anstieg in den Jahren 2012 und 2013, sank die Zahl der Fälle, die mit der Sonderkennung „Tatmittel Internet“ versehen wurden, sowohl in den Jahren 2014 und 2015 als auch im Berichtsjahr erneut. Insgesamt wurden 57 241 Fälle erfasst (2015: 58 829), das bedeutet einen Rückgang um 2,7%.

Zu berücksichtigen ist dabei eine Änderung der bundeseinheitlichen Richtlinien der PKS für die Erfassung von Taten mit Tatmittel Internet. Taten, deren Tatort nicht eindeutig in Deutschland liegt, werden mit Einführung der Erfassung von Auslandsstraftaten bundeseinheitlich ab 2018 gesondert erfasst.

Tatverdächtige

2016 konnten 494 885 Tatverdächtige, demnach 2 640 oder 0,5% mehr als im Jahr 2015 (492 245) ermittelt werden. 374 680 der Tatverdächtigen waren männlich (75,7%). Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 205 oder 1,4% an.

Die Zahl der weiblichen Tatverdächtigen sank um 2,1% auf 120 205 (24,3%). Insgesamt liegt ihre Zahl weiter unter dem Höchststand von 2011 mit 124 686 weiblichen Tatverdächtigen.

317 106 Tatverdächtige hatten die deutsche Staatsangehörigkeit (2015: 325 485), das sind 8 379 oder 2,6% weniger als im Vorjahr.

177 779 Tatverdächtige waren Nichtdeutsche. Ihre Anzahl nahm im Vergleich zu 2015 (166 760) um 11 019 oder 6,6% zu. Der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen betrug 35,9%; ihr Bevölkerungsanteil 11,8% (2015: 10,5%).

Die Anzahl der unter 21-jährigen Tatverdächtigen stieg gegenüber 2015 um 741 oder 0,7% und die der über 21- jährigen um 1 899 oder 0,5%. Der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen betrug 21,7% (2015: 21,6%). Seit 2001 stieg die Zahl der unter 21-jährigen Tatverdächtigen 2015 erstmalig wieder an. Dieser Trend setzt sich auch im Berichtsjahr fort. Mit 21,7% an allen ermittelten Tatverdächtigen ist er auf dem zweitniedrigsten Stand seit über 40 Jahren.

Die Anzahl der tatverdächtigen Kinder insgesamt ist um 1 027 auf 14 916 im Vergleich zum Vorjahr (2015: 13 889) gestiegen. Ebenso stieg die Zahl der tatverdächtigen Kinder ab acht Jahre, welche für die Ermittlung der Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) von Bedeutung ist, stieg um 342 auf 13 293 (2015: 12 951).

Im Zehnjahresvergleich steht die TVBZ der Kinder mit 1 361 im Berichtsjahr auf dem zweitniedrigsten Stand. Die TVBZ bei den Jugendlichen hat sich nach einem rückläufigen Trend seit 2010 erstmalig im Jahr 2015 erhöht. Dieser Anstieg setzt sich im Berichtsjahr fort. Die Anzahl der tatverdächtigen Heranwachsenden und Erwachsenen unterliegt im Zehnjahresvergleich leichten Schwankungen, im Vergleich zum Vorjahr ist die TVBZ der Heranwachsenden auf 7 772 gesunken. Ein Rückgang der TVBZ mit 2 712 ist auch bei den Erwachsenen (2015: 2 726) zu verzeichnen.

Der niedrigste Stand bei den Erwachsenen konnte im Jahr 2007 mit einer TVBZ von 2 425 verzeichnet werden, bei den Heranwachsenden im Jahr 2013 mit 7 633.

Opfer/Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung

246 799 Menschen wurden im Jahr 2016 Opfer einer Straftat gegen das Leben, gegen die sexuelle Selbstbestimmung, eines Rohheitsdeliktes oder einer Straftat gegen die persönliche Freiheit. Dies bedeutet einen Anstieg um 19 257 Opfer oder 8,5% gegenüber dem Vorjahr. Die Opfergefährdungszahl (OGZ) stieg auf einen Wert von 1 381 (2015: 1 290). 23,0% (2015: 23,8%) der Opfer waren jünger als 21 Jahre, 71,3% (2015: 71,1%) zwischen 21 und unter 60 Jahre und 5,7% (2015: 6,0%) über 60 Jahre alt.

Angaben über Opfer und ihre Beziehung zu den Tatverdächtigen werden in der PKS nur bei bestimmten Straftaten(-gruppen) erfasst. Im Jahr 2016 bestand bei 53,9% (2015: 48,3%) der Opfer eine Vorbeziehung zu den Tatverdächtigen. Bei 36,8% (2015: 36,1%) der Opfer stammten die Tatverdächtigen aus ihrem sozialen Nahraum (Verwandtschaft/enge Freundschaft/Bekanntschaft)

Seit 2008 liegen auch Daten über die räumliche und/oder soziale Beziehung zwischen den Opfern und Tatverdächtigen vor (räumlich-soziale Nähe). 29 849 oder 12,9% aller erfassten Opfer (2015: 26 828 Opfer oder 11,8%) lebten 2016 mit den Tatverdächtigen in einem Haushalt. 2 310 Opfer (1,0%) standen in einem Erziehungs- oder Betreuungsverhältnis zu den Tatverdächtigen ohne gemeinsamen Haushalt (2015: 2 165 oder 1,0%). 1 020 Menschen (2015: 933) sind einer Straftat im Gesundheitswesen zum Opfer gefallen (z. B. Krankenhaus, Sanatorium/Pflegeheim, häusliche Pflege).

5 843 Opfer (2015: 5 842) waren hilflose Personen aufgrund von Alkohol-/Drogen-/Medikamenteneinfluss, Behinderung, Gebrechlichkeit oder Obdachlosigkeit. Von den Opfern waren 2 229 aufgrund von Alkoholeinfluss hilflos, was einen Anteil von 38,1% darstellt.

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