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Kleiner Waffenschein zum Führen von Schreckschuss-, Gas- und Signalwaffen

PTB Waffe
Kleiner Waffenschein zum Führen von Schreckschuss-, Gas- und Signalwaffen
Hinweise vor der Beantragung eines Kleinen Waffenscheins und zum Antragsverfahren.

Vor der Beantragung eines Kleinen Waffenscheins oder dem Erwerb einer Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffe sollten Sie sich fragen, ob Sie eine solche Waffe wirklich benötigen oder auch in der Öffentlichkeit tragen wollen. Denn das Mitführen bringt erhebliche Gefahren mit sich. Der Träger ist sich dessen oft nicht bewusst.

  • Die genannten Waffen sehen zumeist wie scharfe Waffen aus. Häufig sind sie nicht von solchen zu unterscheiden, wodurch es unter Umständen zu einem unkontrollierten Handeln bei Außenstehenden kommen kann.
  • Ungeübte Waffenträger können sich in extremen Stresssituationen selbst gefährden oder Unbeteiligte verletzen, aus nächster Distanz können sie sogar lebensgefährliche Verletzungen hervorrufen.
  • Beim Benutzen von Reizgasen aus Spraydosen, Schreckschusswaffen mit Tränengaspatronen und in Taschenlampen oder Schlagstöcken eingebaute Sprühgeräte, sowie zugelassenen Verteidigungssprays spielen Windrichtung und -stärke eine große Rolle.
  • Die Reizgasmenge ist oft nicht ausreichend.
  • Die nebelige Wirkung kann sich bei unsachgemäßer Anwendung gegen das Opfer wenden und dabei Tränenblindheit verursachen.
  • Reizgas ist zum Einsatz in geschlossenen Räumen, dazu zählen auch Pkw, nicht geeignet.

Wichtig zu wissen: Das Mitführen solcher PTB-Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Demonstrationen, Versammlungen, Sportereignissen, Theater-, Kino-, oder Konzertbesuchen) ist grundsätzlich verboten. Entgegen weitläufiger Meinung ist es ebenso verboten, damit an Silvester/Neujahr zu schießen – schon gar nicht mit pyrotechnischer Munition (oft im Lieferumfang befindliche Leuchtkugeln).

Vorsorge und richtiges Verhalten

Wer für Notsituationen vorsorgen möchte, kann alternativ auf einen Schrillalarm zurückgreifen. Damit können Sie weiträumig auf sich aufmerksam machen und Angreifer abschrecken oder in die Flucht schlagen. Für eine spezielle Beratung stehen unsere Kriminalkommissariate „Kriminalprävention/Opferschutz“ zur Verfügung.

Denken Sie vielleicht über die Teilnahme an einem Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs nach und lernen Sie rechtzeitig Grenzen zu setzen sowie Strategien für Ausweichmöglichkeiten oder eine Gegenwehr zu entwickeln. Oftmals bieten Polizeisportvereine in Ihrer Region solche Kurse an.

Wenn Sie in eine Notsituation geraten, verständigen Sie in jedem Fall die Polizei über die Notrufnummer 110 und bitten Sie andere Passanten um Mithilfe.

 

Beantragung eines Kleinen Waffenscheins

Sollten Sie sich dennoch entscheiden eine solche Waffe „führen“ wollen, müssen Sie bei Ihrer örtlich zuständigen Waffenbehörde einen Kleinen Waffenschein beantragen. Unter Führen versteht man „die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Waffen“ also das „bei sich tragen“ von Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen, dem eigenen befriedeten Besitztum oder einer Schießstätte. Unerheblich hierbei ist, ob Munition mitgeführt wird. Für das Aufbewahren einer Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffe in der eigenen Wohnung ist keine waffenrechtliche Erlaubnis (Kleiner Waffenschein) erforderlich, ebenso nicht für den einmaligen Transport der ungeladenen Waffe nach dem Kauf zur eigenen Wohnung.

Voraussetzung für die Erlaubnis ist die Vollendung des 18. Lebensjahres. Genau wie bei der Prüfung anderer waffenrechtlicher Erlaubnisse werden zusätzlich Ihre Zuverlässigkeit sowie Ihre persönliche Eignung zum Führen einer Waffe geprüft. Dazu werden umfangreiche Auskünfte aus dem Bundeszentralregister, dem Staatsanwaltschaftlichen Verzeichnis sowie aus anderen polizeilichen Systemen herangezogen. Für die Beantragung eines Kleinen Waffenscheins entsteht eine Verwaltungsgebühr von derzeit 55 €.

Bitte beachten Sie, dass der Kleine Waffenschein nur in Verbindung mit dem Personalausweis zum Führen einer PTB-Waffe berechtigt. Polizeibeamten oder sonst zur Personenkontrolle Befugten sind diese Urkunden auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen.


Das PTB-Zeichen

Das PTB Zeichen wurde erst 1970 von der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt Braunschweig eingeführt. Waffen ohne dieses Zeichen, die vor 1970 erworben wurden, sind „scharfen Waffen“ gleichgestellt und müssen bereits seit 1976 angemeldet werden. Überdies erfordert ihr Besitz die Beantragung einer Waffenbesitzkarte.