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Abteilungsleiterin Dr. Daniela Lesmeister

Daniela Lesmeister
Abteilungsleiterin Dr. Daniela Lesmeister
Dr. Daniela Lesmeister, 1977 in Essen geboren, leitet seit dem 16. Oktober 2017 die Polizeiabteilung im Ministerium des Innern Nordrhein-Westfalen.
IM NRW

Dr. Daniela Lesmeister tritt die Nachfolge von Wolfgang Düren an, der nach sieben Jahren als Abteilungsleiter der Polizei in den Ruhestand gegangen ist. "Ich bin froh, dass wir für die Leitung der Polizeiabteilung eine erfahrene Führungskraft gewinnen konnten, die sowohl polizeiliche als auch juristische Kompetenzen mitbringt. Außerdem ist es schön, dass diese wichtige Führungsposition erstmals mit einer Frau besetzt wird", erklärte Innenminister Herbert Reul.

Ihre Karriere begann die promovierte Juristin 1996 als Kommissarin bei der Polizei Gelsenkirchen, wo sie acht Jahre verschiedene Tätigkeiten ausübte. Neben dem Polizeiberuf studierte Daniela Lesmeister Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. 2008 promovierte sie über das Thema "Polizeiliche Prävention im Bereich jugendlicher Mehrfachkriminalität".

Danach arbeitete sie in unterschiedlichen Funktionen als Referentin und Referatsleiterin im NRW-Gesundheitsministerium. Zuletzt war Daniela Lesmeister Dezernentin für Sicherheit und Recht der Stadt Duisburg.

 

Interview mit der neuen Abteilungsleiterin Frau Dr. Lesmeister am 3. Juli 2018:

Sie haben Ihren Dienst 1996 als Polizeikommissarin bei der Polizei Gelsenkirchen begonnen. Neben dem Streifendienst haben Sie in Ihrer freien Zeit Jura studiert und 2008 promoviert. Jetzt sind Sie mit 40 Jahren Leiterin der Polizeiabteilung im Ministerium für Inneres des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine steile Karriere. Was treibt Sie an, so hart zu arbeiten? Was ist Ihre Mission?

Das Wort „Mission“ gefällt mir nicht. Ich fliege ja nicht in das Weltall, um uns eine alternative Bleibe zu suchen. Auch habe ich persönlich nicht das Gefühl, dass es immer nur beschwerliche, harte Arbeit war oder ist. Ich habe einfach Freude an neuen Herausforderungen und viele Interessen. Von daher fiel mir dieser Lebensweg  - zumindest meistens - auch nicht schwer.

Mit Ihnen  leitet zum ersten Mal eine Frau  die Polizeiabteilung. Seit den 60er Jahren gibt es weibliche Kriminalpolizistinnen. Seit 1982 sind Frauen bei der Schutzpolizei. Ein langer Weg. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und wie denken Sie über Frauen in Führungspositionen bei der Polizei?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Qualität von Führungspersonen nicht vom Geschlecht abhängt. Ich selber hatte das Glück, sowohl weibliche als auch männliche Chefs zu haben, die mir eine Menge beigebracht haben.

Frau Dr. Lesmeister, bis Mitte Oktober 2017 waren Sie als Dezernentin für Sicherheit und Recht der Stadt Duisburg verantwortlich. In welchen Bereichen ist die Polizei aus Ihrer Sicht gut aufgestellt? Was wollen Sie in Ihrer neuen Position als oberste Polizistin verändern?

Mir ist bei „meiner Rückkehr“ zur Polizei sehr positiv aufgefallen, wie gut strukturiert die Abläufe bei der Polizei doch sind und welch hohe Motivation vorhanden ist, seinen Beruf bestmöglich auszufüllen. In meinen Jahren bei anderen Behörden habe ich  das ein oder andere Mal ganz andere Einstellungen und Handlungsweisen erlebt.

Die Aufgabenliste ist sehr lang, es gilt vieles anzupacken. Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, Rahmenbedingungen für die Polizei zu schaffen, damit diese in der heutigen Zeit optimal ihrer Arbeit nachgehen kann.

Sie haben 2003 die I.S.A.R. Germany e.V. gegründet. Die „International Search-and-Rescue“  ist ein Zusammenschluss aus Spezialisten verschiedener Hilfsorganisationen und dem Bundesverband Rettungshunde e.V. Ihr Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, internationale Hilfe u.a. nach Naturkatastrophen, Unglücksfällen und bei humanitären Katastrophen zu leisten. Was hat Sie dazu bewogen die I.S.A.R. zu gründen? Waren Sie selbst schon bei Katastropheneinsätzen im Rahmen der I.S.A.R. vor Ort?

Ich habe als ehrenamtliche Hundeführerin damals bei einer anderen Organisation angefangen und war nach dem schweren Erdbeben in Indien im Jahr 2001 im Einsatz. Hiernach haben wir gemeinsam mit einer Handvoll Leute gedacht, dass wir lieber selber eine Organisation aufbauen wollen, die klein, schnell und flexibel agieren kann.  Unser Aufgabenspektrum umfasst heutzutage neben der Suche und Rettung von Erdbebenopfern auch die medizinische Versorgung von Opfern der Naturkatastrophen in unserem „Feldlazarett“.

Ich selber war dann als Einsatzleiterin des rund 50-köpfigen Einsatzteams nach den schweren Naturkatastrophen/ Erdbeben „Tsunami“, „Pakistan“, „Indonesien“ und „Haiti“  im Auslandseinsatz. Das bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis.